Der Fernsehturm – Das Wahrzeichen Stuttgarts

Corso International

Fernsehturm StuttgartDer weltweit erste Fernsehturm steht in Stuttgart. Seit nunmehr über 50 Jahren trotzt der 217 Meter hohe Turm Wind und Wetter. Größere Zwischenfälle oder Probleme gab es während des Betriebs bisher nie. Nun wird eine Stadt um ihr Wahrzeichen gebracht. Zu Recht?

Für fünf Euro konnte bis vor Kurzem jedermann den Fernsehturm, nach kurzen Anstehen, besichtigen und die Aussicht weit übers Ländle hinaus genießen. Der Fernsehturm zählt als der erste Turm mit einer Stahl-Betonkonstruktion, gehört der Stadt Stuttgart und wird vom SWR betrieben.

Auf der Internetseite des Fernsehturms steht lapidar die Mitteilung:

Der Turm ist bis auf weiteres geschlossen!
Aufgrund einer Verfügung der Stadt Stuttgart bleibt der Fernsehturm bis auf weiteres geschlossen.

Der selige Professor Fritz Leonhard, seines Zeichens Bauingenieur und geistiger Vater des Fernsehturms in Stuttgart, würde sich wegen des Umgangs mit seinem Vermächtnis im Grabe herumdrehen. Aber wer konnte sich vor über 50 Jahren schon ausmalen, welche Anforderungen im Jahre 2013 an den Brandschutz gestellt werden würden. Und wer konnte sich schon ausmalen, dass wegen Beanstandungen am Brandschutz, die im Prinzip seit nunmehr 50 Jahren bestehen und an denen sich bisher niemand gestoßen hatte, nun der Fernsehturm geschlossen ist.

Öffentlich bekennen sich sowohl die Stadt Stuttgart als auch der SWR zum Fernsehturm. Allein wenn es an die Finanzierung etwaiger baulicher Veränderungen geht, die den Fernsehturm wieder für die Öffentlichkeit zugänglich machen würden, halten sich alle Parteien bedeckt.

„Der Fernsehturm ist ein Wahrzeichen der Stadt und liegt auch dem SWR am Herzen. Seine Nutzung als Aussichtsplattform steht allerdings in keinerlei Verbindung zum Rundfunkauftrag. Investitionen des SWR sind daher nur in dem Maße vertretbar, wie sie auch refinanzierbar erscheinen.“

SWR-Intendant Boudgoust

Blick auf Stuttgarter Fernsehturm und FernmeldeturmErst 2011 wurde der Eingangsbereich und die Gastronomie im Turm umfangreich renoviert. Es wäre schade, diese Investitionen in den Wind zu schreiben und Stuttgart tatsächlich um die touristische Attraktion des Fernsehturms zu berauben.

Die ersten ernstzunehmender Lösungsvorschläge für einen zweiten Fluchtweg am Stuttgarter Fernsehturm liegen nun vor. Es bleibt zu hoffen, dass diese in der Umsetzung praktikabel und finanzierbar sind, so dass der Turm bald wieder geöffnet werden kann.

Eine kleine Stuttgarter Anekdote noch am Rande: Ursprünglich sollte der Fernsehturm, allerdings als Stahlgittermast, 190.000 DM kosten. Als der Turm 1956 eingeweiht wurde, summierten sich die Kosten auf 4,2 Millionen DM. Die Bausumme wurde jedoch nach nur fünf Jahren mit den Eintrittsgeldern wieder erwirtschaftet. Die Parallelen zum Bauprojekt Stuttgart 21 darf nun jeder für sich ziehen… 🙂

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