Die Bottwartalbahn: Mit dem Fahrrad auf den Spuren des „Entenmörders“


Die Bottwartalbahn führte von Marbach am Neckar, über das Bottwartal nach Beilstein und von dort über das Schozachtal nach Heilbronn. Sie wurde im Volksmund scherzhaft Entenmörder genannt, weil sie angeblich eine Bedrohung für das örtliche Federvieh darstellte. Mit einer Streckenlänge von ca. 34 Kilometern war die Bottwartalbahn die längste Schmalspurstrecke der Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen.

Überreste der Bottwartalbahn

Die alten Bahnhöfe sind teilweise einer neuen Nutzung überführt worden. In Schozach beispielsweise bietet das „Schozach Bahnhöfle“ während der Saison von April bis Oktober regionale Speisen und Getränke für Radlerpausen.

Alter Bahnhof der Bottwartalbahn in Schozach
Der alte Bahnhof der Bottwartalbahn in Schozach

In Oberstenfeld steht das „Bahnhöfle“ den örtlichen Vereinen zur Verfügung. Heute befindet sich im Empfangsgebäude in Steinheim an der Murr ein Gemeindetreff und eine Gaststätte. Das Bahnhofsgebäude von Murr wird heute vom Roten Kreuz genutzt.

Kurz vor Ilsfeld kann man am Wegesrand sogar noch einige alte Schienen der Eisenbahn bewundern.

Schienen am Rand des Weges
Schienen am Rand des Weges

Die letzte Lok der Bottwartalbahn

In Steinheim an der Murr konnte man vor dem Bahnhofsgebäude ab dem 22. August 1969 die letzte Schmalspurdampflok vor dem Bahnhof bewundern.

Die letzte Schmalspurdampflok der Bottwartalbahn
Die letzte Schmalspurdampflok der Bottwartalbahn

Am 10. Juni 2016 wurde die Lok per Tieflader nach Ochsenhausen transportiert. Zuerst um die Maschine als Leihgabe an die Öchsle-Schmalspurbahn dort abzugeben. Im Jahr 2021 wurde die Lok dann auch nach Ochsenhausen verkauft, da die finanziellen Mittel für eine adäquate Restauration in Steinheim nicht aufzutreiben waren. Die meiste Einsatzzeit hatte die Lok auch in Oberschwaben, bevor sie 1965 auf die Bottwartalbahn „versetzt“ wurde und dort noch vier Jahre im Schienenverkehr eingesetzt wurde.

Vor dem Bahnhöfle in Steinheim an der Murr: Die letzte Schmalspurdampflok der Bottwartalbahn
Die letzte Schmalspurdampflok der Bottwartalbahn vor dem Bahnhöfle in Steinheim an der Murr

Die Strecke der Bottwartalbahn heute

Auf der alten Eisenbahnstrecke zwischen Marbach am Neckar und Heilbronn kann heute auf einem gut ausgebauten Fahrradweg herrlich entspannt durch die wunderschöne Landschaft des Bottwartals gefahren werden.

Modernisierte Strecke der alten Bottwartalbahn
Moderner Fahrradweg auf der alten Strecke der Bottwartalbahn in Marbach (Brücke über die Bottwartalstraße)

Fast auf der gesamten Länge der alten Eisenbahnstrecke ist heute ein gut ausgebauter Fahrradweg zu finden. Da schon für die Bottwartalbahn eine Trasse mit möglichst geringer Steigungen gewählt werden musste, ist auch der heutige Fahrrad- und Wanderweg sehr angenehm zu befahren.

Gut ausgebaute Strecke mit geringer Steigung
Gut ausgebaute Fahrradstrecke mit geringer Steigung

Viele Brücken über die Schozach, die Bottwar oder die Murr wurden von Eisenbahnbrücken umfunktioniert um auch für Fußgänger und Fahrradfahrer auf der Strecke passierbar zu sein.

Alte Eisenbahnbrücke, die zur Fahrradbrücke umfunktioniert wurde
Alte Eisenbahnbrücke umfunktioniert zur Fahrradbrücke (zwischen Schozach und Ilsfeld)

Die Zukunft der Bottwartalbahn

Immer wieder gibt es Bestrebungen, die Bottwartalbahn zu reaktivieren. Die Idee einer Regionalstadtbahn hat zum Kern, dass die Autofahrer auf Bahnen umsteigen, nicht auf Busse. Eine standardisierte Bewertung für eine Bahnverbindung Marbach – Beilstein – Heilbronn wurde vom Landkreis Ludwigsburg geplant. Damit soll die Machbarkeit und Finanzierbarkeit in Form der Zuschusswürdigkeit grundsätzlich geprüft werden. Denn auch für einen Laien ist ersichtlich, dass die alte Streckenführung nicht mehr zu reaktivieren ist, da neue Straßen, Gebäude und – wie dieser Fahrradweg – auch Wege den bisherigen Platz eingenommen haben.

Fahrradfahrer auf der Strecke der alten Bottwartalbahn
Fahrradfahrer auf der Strecke der alten Bottwartalbahn

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.