Die Festung Hohenasperg: Geschichte mit Ausblick

Umzäunter Bereich des Justizkrankenhauses

Die Festung Hohenasperg wurde 1535 vom Schwäbischen Bund errichtet, dem damals viele Gebiete im heutigen Württemberg angehörten. Anfangs ausschließlich als Festung konzipiert, bekam die Burg Hohenasperg im Laufe der Zeit immer mehr historische Bedeutung. Mit den zwei Burggräben und dem gut erhaltenen Innenhof ist die Burg ein beliebtes Ausflugsziel für Hobby-Historiker und Kultur-Fans.

Geschichte der Festung Hohenasperg

Festung Hohenasperg
Rundgang auf der Festungsmauer mit Kanone

Der Asperg ist seit 500 v. Chr. ein keltischer Fürstensitz und ab 1535 wurde der Berg Stück für Stück als Festung ausgebaut. In den Jahren 1634 und 1635 fand eine der andauerndsten Belagerungen statt, die in der Region Stuttgart stattgefunden haben. Dennoch sind die beiden Festungsringe, der Burggraben und das Burg-Innere dank Restaurationen heute noch in sehr gutem Zustand.

Festung in Hohenasperg
Sanierter Festungsgraben mit Festungsmauern

Die heutige Festung Hohenasperg im Landkreis Ludwigsburg ist nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel: Seit Anfang des 18. Jahrhunderts ein Gefängnis und seit 1968 ein Vollzugskrankenhaus der baden-württembergischen Justiz.

Hinweistafel „Keltenweg“ am Hohenasperg
Hinweistafel auf den „Keltenweg“ am Hohenasperg

Eine umfangreiche Dauerausstellung begleitet die wechselhafte Geschichte des einstigen Keltensitzes über den Ausbau zur Festung bis hin zur heutigen Nutzung als Justizvollzugskrankenhaus.

Teil des Rundwegs um die Festung Hohenasperg
Lehrtafel am Eingang zu Festung und Rundweg

Der Hohenasperg ist „Württembergs höchster Berg“: Es dauert nur fünf Minuten, um hinauf zu kommen, aber Jahre, um wieder herunter zu gelangen.

Schäbisches Sprichwort in Anspielung auf die Geschichte des Aspergs als JVA

Das staatliche Landesmuseum „Haus der Geschichte Baden-Württemberg“ hat im Jahre 2010 im Arsenalbau der Festung die Ausstellung „Hohenasperg – Ein deutsches Gefängnis“ eingerichtet.

Kanone vor dem Arsenalbau, in dem sich das Museum befindet
Museum/Arsenalbau und alte Kanone: Ein beliebtes Fotomotiv

Beliebtes Ausflugsziel: Der Hohenasperg

Als die Festung Ende des 16ten Jahrhunderts an Relevanz verlor, wurde die Burg zur Haftanstalt umfunktioniert. Heute befindet sich neben einem Museum und einem Restaurant auch ein Justizvollzugskrankenhaus im Inneren.

Doch nicht nur die Geschichte des Hohenaspergs ist faszinierend. Durch die Lage auf dem Gipfelplateau, welches sich ca. 100m über die sonst eher ebene Umgebung erhebt, ist die Festung ein beliebtes Ausflugsziel. Denn es lockt ein sensationeller Weitblick übers Strohgäu, weit über Ludwigsburg hinweg und sogar bis nach Stuttgart. Der schöne Ausblick und eine Vielzahl an Ausstellungsstücken machen die Burg Hohenasperg zu einem idealen Ausflugsziel für einen gemütlichen Sonntag-Mittag.

Blick in Richtung der Stadt Asperg
Ausblick in Richtung der Stadt Asperg und nach Möglingen / Pflugfelden – bis nach Stuttgart

Vor dem Arsenalbau müdet der Rundweg um die Festung in eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform. Ein beliebtes Ausflugsziel, das auch einer einen sagenhaften Blick ins angrenzende Ludwigsburg ermöglicht.


Aussichtsplattform vor dem Arsenalbau
Vor dem Arsenalbau: Aussichtsplattform Richtung Ludwigsburg

Hohenasperg: Festung und Justizkrankenhaus

Die Bereiche der Festung, die als Justizkrankenhaus dienen, sind der Öffentlichkeit natürlich nicht zugänglich. Aber einige Bereiche teilen sich Besucher und Justiz – wie die Zugangswege:

Eingangstor in die Festung Hohenasperg
Eingangstor für Justiz und Öffentlichkeit in die Festung

Nach der Brücke über den Festungsgraben gelangen sowohl Besucher und Justiz durch das Eingangstor in die Festung. Direkt nach dem Eingangstor schließt sich eine Unterführung unter den Festungsmauern an. Dann trennen sich die Zugangswege für die Öffentlichkeit und die Justiz bzw. Besucher des Justizkrankenhauses.

Tor zum Justizkrankenhaus auf dem Hohenasperg
Das Tor zum Justizkrankenhaus im „Camouflage-Look“

Insgesamt bleibt der Charakter der alten Festung durch das Justizkrankenhaus eher unberührt. Die Überwachungstechnik bleibt dezent im Hintergrund, ebenso – wo möglich – die Zäune oder zusätzliche Mauern.

Umzäunter Bereich des Justizkrankenhauses
Umzäunter Bereich des Justizkrankenhauses auf dem Asperg vom Festungsgraben aus

In mehreren Bauabschnitten wurden seit 2009 Mauerwerkssanierung und statische Sicherung von Stützwänden und Gewölben in der historischen Festungsanlage vorgenommen. Besonders an den äußeren Festungsmauern lässt sich erkennen, dass sowohl an die Vorgaben des Denkmalschutzes als auch an eine möglichst ökologisch verträgliche Ausgestaltung gedacht wurde.

Festungsgraben rund um die Festung
Festungsgraben rund um den Hohenasperg

Mit Nistkästen für Fledermäuse, Turmfalken und andere Vögel. Und Steinhaufen oder Altholz um Unterschlupf für beispielsweise Eidechsen zu bieten.

Eidechsen sonnen sich auf dem Hohenasperg
In den Fugen der Festungsmauer sonnt sich eine Eidechse

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